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Augenfalter

Augenfalter werden auch „Grasfalter“ genannt, weil sich die Raupen aller mitteleuropäischen Arten von Gräsern ernähren. Lebensräume sind Mähwiesen, Wiesenbrachen und blütenreiche Waldwegränder. Gräser sind nicht sehr nahrhaft, daher bedürfen Grasfalterraupen vergleichsweise lange Entwicklungszeiten und sind mitunter extrem gefährdet, da Gräservielfalt von der Nährstoffarmut des Bodens abhängt und magere Wiesen selten geworden sind. Die Bezeichnung „Augenfalter“ ist zwar zutreffend, aber auch Falter anderer Familien zeigen ebenfalls „Augen“, z.B. das Tagpfauenauge, welches aber wiederum zu den Edelfaltern gehört. Alle Augenfalter haben jedoch immer einen bräunlichen Farbton und ein klar zu trennendes Augenmuster auf, das teilweise sehr unauffällig ist.

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Brauner Waldvogel oder auch Schornsteinfeger,
lat. aphantopus hyperantus

Der Gelbringfalter, lat. Lopinga achine

Jedes Jahr immer wieder eine besondere Begegnung - der Gelbringfalter. Der Gelbringfalter ist in Europa leider mittlerweile in vielen ehemals besetzten Habitaten verschwunden. Die Art ist stark an den Wald gebunden. Die landesweiten Restvorkommen beschränken sich inzwischen auf drei deutlich voneinander getrennte Populationen. Der Gelbringfalter besiedelt mittelwaldartige oder parkartig offene Waldbestände, Kahlschläge oder Sturmwurfflächen auf trockenen bis frischen oder wechselfeuchten Standorten mit gräserreicher Bodenvegetation.

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Gelbringfalter, lat. Lopinga achine

Die Berghexe, lat. Chazara briseis - Meister der Tarnung


Ein absolutes Highlight war die Begegnung mit der Berghexe. Die Berghexe, auch als "Steintrift-Samtfalter" bezeichnet, ist ein anspruchsvoller und stark gefährdeter Tagfalter, der heute nur noch in wenigen Gebieten Deutschlands vorkommt. Der Lebensraum der wärmeliebenden Berghexe besteht aus großflächigen, kargen und oft steilen Kalkmagerrasen mit einem hohen Anteil an Steinen, Schotter und Geröll. Der eher unscheinbaren Tagfalter mit der cremefarbenen Binde auf der dunkelbraunen Oberseite auch an seiner schnell segelnden und bodennahen Flugweise. Oft setzt er sich dann plötzlich auf Steinplatten und Geröll und klappt die Flügel zusammen. Dabei ist die Flügelunterseite perfekt an die steinige Umgebung angepasst, so dass ein ungeübter Beobachter den Falter nicht mehr vom Untergrund unterscheiden kann. Solch spärlich bewachsene Lebensräume gehen jedoch durch Rückgang der Wanderschäferei und Intensivierung der Landwirtschaft zunehmend verloren und so erlitt die Berghexe in den letzten Jahrzenten dramatische Bestandseinbrüche und ist inzwischen bundesweit akut vom Aussterben bedroht.

Drei sind einer zu viel

Paarung der Berghexe. Man erkennt sehr deutlich den Unterschied zwischen Männchen und Weibchen. Das Weibchen ist deutlich größer und unscheinbarer wie das Männchen. Hier versucht ein Nebenbuhler ebenfalls sein Glück.

Meine persönlichen Lieblinge unter den Augenfaltern, weil extrem knuffig, sind die Wiesenvögelchen. 

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Mauerfuchs (Lasiommata megera)
auf abgebrochenem Ast eines Apfelbaumes

Für mich ein sehr faszinierender Schmetterling in der Unterfamilie der Augenfalter ist der Schachbrettfalter, lat. Melanargia galathea. Egal wie, er sieht immer toll aus. Hier einige Impressionen:

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Schachbrettfalter, lat. Melanargia galathea

Palpenspiel

Mit Voranschreiten des Morgens und höher steigender Sonne wurde der Schachbrettfalter munter und machte sich daran, sich aufzuwärmen und sich zu putzen. Auch die Lippentaster (Palpen), die mit Sinneshaaren besetzt sind und zur Prüfung des Nahrungsangebots dienen, werden gerichtet. 

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